Otto Nebel

Maler und Dichter

1892–1973

Aktuell

Theaterprojekt in Zürich und Basel:

«Im Nebel» Eine Sprachsalve gegen den Krieg. Uraufführung

Theateraufführung sogar-Theater in Zürich

Ein Theaterprojekt mit Nebel-Bezug findet demnächst im sogar-Theater in Zürich statt. Es handelt sich um ein Sprechkonzert gegen den Krieg mit Vertonung des Textes «Zuginsfeld» von Otto Nebel. Der Zürcher Komponist Till Löffler hat den Text vertont, und die Basler Knabenkantorei bringt das Werk 100 Jahre nach Kriegsende des Ersten Weltkriegs zur Uraufführung.

Aufführungen am 15., 17. und 18.11.2018 in Zürich, vorher, am 6., 7. und 8. 11. auch in Basel (Gare du Nord). Eine kleine, von Therese Bhattacharya und Bettina Braun vorbereitete Ausstellung zu Nebel und Zuginsfeld wird im Treppenhaus des sogar-Theaters gezeigt.

Nähere Angaben:

www.sogar.ch/programm

 

Das Theater schreibt zur Aufführung:

Otto Nebels «Zuginsfeld» ist eine Sprach- und Sprechsalve, ein delirierender Anti-Kriegstext. Es ist Nebels erster literarischer Text, den er 1918 in englischer Kriegsgefangenschaft verfasste. Neben dem Grauen des Krieges ist die Abscheu vor einer Sprache spürbar, die zur Lüge wird, der man nicht mehr trauen kann, weil sich Bedeutungen wandeln und vereinnahmen lassen. Man könnte den Text als einen einzigen unendlich langen Entsetzensschrei lesen.

Der Zürcher Komponist Till Löffler hat den Text vertont und die Basler Knabenkantorei bringt das Werk nun, 100 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg, zur Uraufführung. Die sehr jungen Sänger erinnern an die sehr jungen ermordeten Soldaten; so wird der Schrecken des Krieges fast schon spürbar. Das Entsetzen im Text «Zuginsfeld» und die musikalische Schönheit der jungen Männerstimmen bilden den Gegensatz von Tod und Leben, der jeden Krieg bestimmt.

 

Hat die liebe Seele Ruhe

Und aus Kindern werden Schemen

Albern geht die Welt zugrunde

Und die Halbwelt lacht dazu

Und die Nachwelt lacht euch tot

Lacht euch tot

Ausstellungen Otto Nebel in Japan 2017/2018

Weitere Informationen zur Nebel-Ausstellung in Tokyo >>>

Die Ausstellung in Japan steht unter dem Titel
«Otto Nebel and his Contemporaries – Chagall, Kandinsky, Klee»

 

Erste Station: Tokyo, The Bunkamura Museum of Art
vom 7. Oktober bis 17. Dezember 2017

Zweite Station: Kyoto, The Museum of Kyoto

vom 28. April bis 24. Juni 2018

 

Zu den Ausstellungen erscheint ein Katalog mit Texten in Japanisch und Deutsch

Otto Nebel als zentraler Vertreter der abstrakten Moderne:

Dissertation zu «ökologischen Wirkungskonzepten» bei Otto Nebel und anderen Künstlern der abstrakten Moderne, Jena 2018

 

Unter dem Titel «Das Bild als Lebensraum. Ökologische Wirkungskonzepte in der abstrakten Moderne 1910–1916» hat Dr. des. Linn Burchert an der Friedrich-Schiller-Universität Jena (Deutschland) eine Dissertation verfasst, die sich ausführlich Otto Nebels Œuvre widmet. In ihrer Arbeit zeigt die Autorin auf, dass Künstler wie Nebel, Wassily Kandinsky, Paul Klee und Johannes Itten ihre Werke als «klimatische Farbatmosphären», als «Gleichnisse des Sonnenlichtes und leuchtende Lebensquellen», als «klimatische Luft- und Atemräume» sowie «Bio- und Naturrhythmen» auffassten und auf dieser Basis eine besondere, heilsame Wirkmacht ihrer Bilder postulierten.

Nebels Farbenatlas Italiens, seine jahreszeitlichen Monatsbilder und zahlreichen schriftlichen Äußerungen bezeugen das Interesse des Künstlers für Natur, Umwelt und Klima. Farben begriff er als harmonisierende, heilsame und belebende Kräfte, die etwa durch Wärme oder Kühle, Licht oder Dunkel, Reinheit oder Trübe gleich einem naturheilkundlich-heliotherapeutischen Lichtluftbad auf Körper und Seele wirken sollten. Im Vordergrund standen dabei die heilsame Wirkkraft des Lichtes sowie die Vorstellung, dass das Bild den Rezipierenden einen Atemraum eröffne.

Die Dissertation wirft einen neuen Blick auf das Verhältnis von esoterischem und ökologischem Denken in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und stellt Nebel als zentralen Vertreter der abstrakten Moderne heraus.

Die Arbeit erscheint voraussichtlich 2019 in Buchform.

Bachelorarbeit über Otto Nebel - Berlin 2016

 

In seiner Bachelorarbeit an der Humboldt-Universität Berlin «Musikalische Formprinzipien in der Literatur. Otto Nebels Runenfuge Das Rad der Titanen», die von Herrn Prof. Arne Stollberg und Herrn Prof. Joseph Vogl begutachtet wurde, hat Patrick Becker auf der Grundlage einer Kontextualisierung von Nebels dichterischem Schaffen in sprachkritischen und sprachpessimistischen Tendenzen des 20. Jahrhunderts und einer Reflexion auf die Methodologie der Word and Music Studies und Irina O. Rajewskys Intermedialitätstheorie den Konnex von musikalischen Formprinzipien und Otto Nebels Runenfuge Das Rad der Titanen untersucht:

Patrick Becker, Musikalische Formprinzipien in der Literatur. Otto Nebels Runenfuge Das Rad der Titanen. Bachelorarbeit zur Erlangung des akademischen Grades Bachelor of Arts (B. A.) im Fach Musikwissenschaft Humboldt-Universität Berlin 2016

Pflege des bildnerischen Nachlasses:
Abschluss der Arbeiten 2015

 

Zwischen August 2012 und Dezember 2015 wurde der gesamte bildnerische Nachlass Otto Nebels von der Archivarin Anita Mischler und der Restauratorin Barbara Scheibli im Zentrum Paul Klee bearbeitet und archiviert. Das Stiftungsgut umfasst Grafiken, Gemälde, Druckgrafiken, Skizzenbücher, Skulpturen und Archivmaterial. Ausgeführt wurden dabei folgende Arbeiten:

Das Stiftungsgut lagert im Depot des Zentrum Paul Klee. Neben Gemälden, Arbeiten auf Papier und Druckgrafiken gehören dazu auch Skizzenbücher, Skulpturen sowie diverses Archivmaterial. Das gesamte bildnerische Werk ist heute digitalisiert.

Diese Arbeiten haben das Budget der Stiftung in den letzten Jahren stark belastet, doch ist es eines der Ziele der Stiftung, das Stiftungsgut bestmöglich zu konservieren und für zukünftige Ausstellungen aufzubereiten.

 

Gruppenausstellung mit Otto Nebel

Ausstellung «Klee in Bern» im Zentrum Paul Klee in Bern

Dritte Phase: 15.9.2015-12.1.2016

 

Klees Nachwirkung

Mitte September startet die dritte Phase der ganzjährigen Sammlungsausstellung «Klee in Bern». Neben den Themen Darstellungen Berns und Umgebung, Berner Sammler (diesmal E. W. Kornfeld) sowie Felix Klee als Botschafter wird auch dem Aspekt von Klees Ausstrahlung auf Zeitgenossen und seinem Nachwirken auf spätere Künstler nachgegangen.

Nicht nur in Klees langjähriger Arbeit als Dozent am Bauhaus in Weimar und Dessau sowie an der Kunstakademie in Düsseldorf wirkte er auf andere Kunstschaffende, vielmehr interessierten sich auch in Bern immer wieder Künstlerinnen und Künstler für sein Werk.

Der in Berlin geborene Maler und Dichter Otto Nebel (1892–1971) war ab Mitte der 1910er Jahre Teil des Kreises um Herwarth Waldens Berliner Galerie Der Sturm. Über seine Frau, die als Assistentin am Bauhaus tätig war, und durch einen Aufenthalt am Bauhaus 1924/25 lernte er die Bauhäusler Kandinsky, Muche und Klee kennen. Nach der Emigration in die Schweiz 1933 hielt sich Nebel ab 1935 in Bern auf und hatte regen Kontakt zu Klee. Er und seine Frau unterstützten die Klees etwa bei der Wohnungssuche.

Bruno Wurster (1939–2003) kam in seinem Elternhaus früh mit Musik, bildender Kunst und im Speziellen mit dem Schaffen von Klee in Berührung. Wursters Familie war mit der Familie von Felix Klee befreundet, wodurch Bruno Wurster ein Spielgefährte von Felix' Sohn Alexander (geb. 1940) wurde. Wursters frühes Schaffen zeigt Spuren der Beschäftigung mit Paul Klees Werk. In späteren Jahren entwickelte er zunehmend ein eigenständiges Œuvre in Auseinandersetzung mit der abstrakten Kunst und Kunstschaffenden seiner Zeit.

Zwischen 1958 und 1965 studierte Peter Somm (geb. 1940) Medizin und war bis 1999 als Narkosearzt tätig. Früh begann er, sich autodidaktisch die Malerei anzueignen. Noch während seines Studiums setzte er sich mit dem Schaffen von Paul Klee und Johannes Itten auseinander, später auch mit demjenigen der Konkreten.

 

Begleitprogramm zur Ausstellung

KLEE IN BERN

 

SO | 25/10/15 | 16:30

VORTRAG & KONZERT

Vortrag von Eva Wiederkehr Sladeczek über den Einfluss von Paul Klee auf Otto Nebel und Bruno Wurster

anschliessend 17h:

 

GALATEA QUARTETT «ODE» – GEWALT GESPIELT GESPROCHEN
Peter Schweiger, Sprechstimme

Petra Ronner, Klavier

 

Arnold Schönberg (1874-1951)

Napoléon Patience (1950?)

Arnold Schönberg, Rezitator (Original-Aufnahme)

 

Michel Roth (*1976)

Nach: Otto Nebel, Zuginsfeld, Kapitel I (1918/19)

Wendungen 1 (2014) UA für Rezitator und Klavierquintett

 

Arnold Schönberg (1874-1951)

Nach Lord Byron, deutsch von H. Stadelmann und A. Schönberg

Ode an Napoleon Buonaparte op. 41 (1942) für Rezitator und Klavierquintett

 

Otto Nebel (1892-1973)

Zuginsfeld, Kapitel XI (1918/19)

Otto Nebel, Rezitator (Aufnahme 1972)

 

Arnold Schönberg (1874-1951)

Ode an Napoleon Buonaparte

 

Michel Roth (*1976)

Nach: Otto Nebel, Zuginsfeld, Kapitel VI

Wendungen 2 (2014) UA für Rezitator und Klavierquintett

 

Im Zentrum des Programms steht Arnold Schönbergs Ode an Napoleon Buonaparte von 1942, umgeben von dem zweiteiligen Auftragswerk Wendungen 1 und 2 des Komponisten Michel Roth, für Klavierquintett und Sprecher, auf Texte von Otto Nebel, sowie dokumentarische Audio-Aufnahmen von Arnold Schönberg und Otto Nebel als Rezitatoren eigener Texte. Arnold Schönbergs Vertonung von Lord Byrons Ode an Napoleon wird Ausschnitten aus Otto Nebels Zuginsfeld, einer bedeutenden dichterischen Auseinandersetzung mit dem 1. Weltkrieg, gegenüber gestellt, sodass sich im Programm drei kriegerische Epochen vereinen: Die napoleonischen Kriege (Byron), der 1. Weltkrieg (Nebel) und die Nazizeit (Schönberg, der Byrons Text so interpretiert), von der auch Paul Klee betroffen war. Das Thema des Sprechens und das Manipulieren mit und von Sprache ist im Programm zentral.

 

Der gebürtige Deutsche Maler und Dichter Otto Nebel experimentierte, wie viele Vertreter der Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts, u.a. auch mit und an den Grenzbereichen von Sprache und bildender Kunst. Er setzte sich mit den Schriften und Gemälden Wassily Kandinskys auseinander und war mit Kandinsky und Klee befreundet. 1939 stellte Nebel in der Kunsthalle Bern aus. Kandinsky stellte für ihn eine Verbindung zur Guggenheim Foundation in New York her. Noch heute besitzt das Guggenheim Museum eine beträchtliche Anzahl an Werken von Nebel.

 

>>weitere Informationen ZPK

 

Auf den Spuren von Otto Nebel

Hotel Regina Mürren 4. September 2015

Wintertal ob Mürren

Literatur zur Ausstellung «Blickpunkt Mürren»

Guy Krneta und Michael Pfeuti (Bass) auf den Spuren von Otto Nebel. Der Maler und Schriftsteller Otto Nebel (1892-1973) besuchte 1937 Hermann und Margrit Rupf in Mürren. Einführung von Therese Bhattacharya, Präsidentin der Otto Nebel-Stiftung.

 

Vortrag über Otto Nebel

Tagung in der Schweizerischen Nationalbibliothek in Bern

3./4. September 2015

Blick nach Süden. Italienbilder in der deutschsprachigen Literatur der Schweiz seit 1861.

Mit Vortrag Bettina Braun, Zürich: «Ich habe das Netz voll von Mittelmeer-Träumen». Archivmaterialien und Werkkomplexe bei Otto Nebel

 

Masterarbeit über Otto Nebel

Master-Thesis in Conservation-Restoration:

Otto Nebels Gemälde der Werkgruppe Dombilder

Charakteristika der Kunsttechnologie sowie des Künstlers Neigung zu Übermalungen

vorgelegt von Anja Schlegel

Fachbereich Konservierung und Restaurierung

Master of Arts in Conservation-Restoration

Vertiefung: Gemälde und Skulptur

Referentin: Dipl. Rest. Nathalie Bäschlin

Korreferentin: Dr. Therese Bhattacharya-Stettler

Abschluss: Frühlingssemester 2013

Zusammenfassung

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Ausstellung Otto Nebel im Kunstmuseum Bern 2012/13

09.11.2012 - 24.02.2013

Die Ausstellung zum 120. Geburtstag Otto Nebels (1892–1973) zeigte erstmals das gesamte Werk des bildenden Künstlers und Schriftstellers, der jahrzehntelang in Bern ansässig war. Sie stellte die Wechselbeziehungen zwischen den visuellen Darstellungsformen Malerei, Zeichnung, Grafik und Collage und literarischen Texten, zwischen Bild und Wort ins Zentrum. Thematisch gegliedert und nach Stationen der Biografie wurden Nebels wichtigste Werke in Malerei und Dichtung präsentiert.

«ZUR UNZEIT GEGEIGT...» OTTO NEBEL, MALER UND DICHTER im Kunstmuseum Bern